Die Geschichte der Sternjäger

Die Vorfahren der Elfen, die sogenannten Hohen, mussten ihren Planeten verlassen und sich ein neuen Platz suchen, da ihre Sonne gestorben war. Einige waren schon zuvor gegangen, um die Überbevölkerung zu dämmen. So sammelten die restlichen die letzten Spezies ihrer sterbenden Welt zusammen und nahmen sie mit auf die Suche nach denen, die schon vor ihnen gegangen waren. Aus Gnade nahmen sie auch die Höhlenbauer und Huscher mit. Fast alle verziehen ihnen ihre Missetaten auf ihrer Reise, nur wenige erkannten, dass sie wirklich böse waren. Als es zu einem Unfall wegen der Höhlenbauer und Huscher kam, landeten sie ungewollt auf der Welt der zwei Monde, weit von ihrem Kurs abgekommen, in der Vergangenheit. Die, die sie vor dem Untergang auf ihrer alten Welt gerettet hatten, liefen davon. Sie verstanden nicht, warum diese Wesen, zu denen sie doch immer gut waren, sie hassten. Sie kannten keinen Hass und auch keine Angst. Von den Menschen wurden sie mit Hass, Angst und Verwirrung empfangen. Zusätzlich hatten sie all ihre Magie verloren und so konnten sie nur eines tun. Fliehen und den Menschen den Palast überlassen.

Für die Hohen war es schwer, sich an ihre Magiegaben zu erinnern, aber auch daran, wie man läuft, isst und seine Stimme benutzt (Sie kannten nur die gedankliche Übertragung, das Senden). Manche fanden ihre Kraft schneller zurück als andere, doch es war immer ein schmerzhafter Weg. Sie wollten überleben, so mussten sie lernen, in dieser Welt zu leben. Eine der ersten die das schaffte, war Timmain, die Selbstformerin, die ein Bündnis mit den Wölfen einging. Sie wurde die Anführerin der Hohen, doch einer, Haken, spaltete sich verständnislos von der Gruppe ab. Er wollte hier nicht leben und unterdrückte die Menschen mit Grausamkeit.

Als eine der Hohen schwer verletzt wurde, willigte Timmain ein, zum Palast zurückzukehren, damit der Heiler aus ihm neue Kraft schöpfen und der Verletzten helfen konnte. Sie bereiteten sich vor und hatten die Hilfe der Wölfe. Sie kamen in den Palast, wo Haken sie mit schwarzem Senden empfing. Timmain schlug ihn in die Flucht, die Menschen allerdings umzingelten sie und nur die Freundschaft zu den Wölfen ließ sie am Leben. Die Hohen lernten zu überleben und schließlich zu erblühen. Timmain war bald mehr Wölfin als Hohe. So zeugte sie bald mit einem Wolf Timmorn Gelbauge, den ersten unter vielen wolfblütigen Elfen, den ersten Anführer der Wolfsreiter.

(Copyright by Richard und Wendy Pini,
zusammengefasst aus dem Comic: Elfquest Special 2,
„Wie sollte ich nicht singen?“, Carlsen Comics)

 

Einige dieser Hohen waren auch Sterk, Jilo, Genha, Jenry und Shina. Sie beschlossen zusammen mit ihren Kindern und Kindeskindern Blackclaw, Iceshine, Firesong, Bluewater, Wolfcall und einigen Wölfen den Stamm um Timmorn Gelbauge zu verlassen, um einen anderen Weg zu den Sternen zurück zu finden, doch auch um diese fremde Welt zu erkunden. So begann ihre Wanderung auf der Welt der Zwei Monde.

Bald gaben sie sich selbst den Namen Sternjäger. Die Hohen sahen in dem Namen die Suche nach dem Weg zurück zu den Sternen, doch ihre Kinder sahen darin nur die Beschreibung ihres Lebenswegs: In der Nacht unter den Sternen zusammen mit den Wölfen zu jagen. Ihre erste Anführerin wurde Timmorn Gelbauges Tochter Wolfcall.

Lange Zeit wanderten sie umher, verloren und gewannen neue Stammesmitglieder und Wolfsgefährten. Auf Wolfcall folgte Windstorm, auf ihn folgte Glow und irgendwann erlosch in ihnen der Drang zu gehen, sie wollten an einem Ort bleiben. Schließlich ließen sie sich im Schneewald nieder und machten ihn zu ihrem neuen zu Hause.

Unter Glows Führung erbauten und formten sie sich Unterkünfte: Baum-, Fels- und Erdhöhlen. Jeder wählte nach seinem Belieben. Sie führten ein recht friedliches Leben. Selten trafen sie auf Menschen und nur aus Geschichten hatten sie von Trollen gehört.

Das änderte sich noch zu Glow's Zeiten. Die Menschen kreuzten den Weg der Jäger der Sternjäger bei langen Winterjagden. Die Zusammentreffen endeten fast nie ohne Wunden, doch Wunden konnten heilen, aber Tote konnte man nicht ins Leben zurückholen. Denn schließlich kam es zu einem großen Kampf, als die Menschen einen Sternjäger gefangen genommen hatten. Neben einigen anderen, starben der letzte Hohe Shina und seine Gefährtin die Erstgeborene Krima bei dem Versuch ihren Sohn Grashalm zu retten und Glow, der dritte Anführer der Sternjäger.

Die Sternjäger beschlossen daraufhin einen großen Bogen um jeden weiteren Menschen zu machen. Sie nahmen lieber einen gefährlicheren Weg zum Jagen, der jedoch sicherer war, wenn man keinem Menschen begegnete. Loneheart wurde der nächste Anführer, doch auch er kam ums Leben bei der Begegnung mit den so lang vermissten und umgangen Kretauren. Diesmal sollten es nicht die Trolle sein, diesmal war es eine einzige, wahnsinnige Trolldame namens Spaltohr. Bei einem Erkundungsgang in die Sümpfe (und um auch zu sehen ob das Gebiet sicherer vor den Menschen war als der Wald) gerieten Loneheart und seine Gefährtin Starshine in eine Falle der Trollfrau und starben dabei.

Die Elfen nehmen Verluste gewöhnlich schwerer als die Wölfe. Doch auch dieses Mal hieß es: Ein neuer Anführer musste her. Besonders zwei Elfinnen qualifizierten sich für diese Rolle und zwar waren dies Lonhearts Tochter selbst, Nimoe Silverwing und die eigentlich noch zu junge Rabenfeder. In Kämpfen und Wettbewerben maßen sie ihre Kräfte. Schließlich unterlag Rabenfeder und verließ kurze Zeit später den Stamm. Nimoe Silverwing wurde die fünfte Anführerin.

Lange Zeit lebten sie so weiter, immer noch den Troll und die Menschen im Rücken. Schließlich war es eine Naturkatastrophe, die sie zwang, ihre Heimat zu verlassen. Auf dem Weg durch die Sümpfe erinnerte sich Nimoe an den Tod ihrer Eltern, und nicht nur deswegen verlor sie bald den Weg aus den Augen. Gerne gab sie ihren Posten an die zurückgekehrte Rabenfeder ab.

Nun ist es an Rabenfeder die Sternjäger durch fremde Gebiete zu bringen auf der Suche nach einem neuen zu Hause ...

Windwhisper (c) 07.2004

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