Meine Seele

„ Ich war erst 69 Jahre alt gewesen, als ich trotz des Verbotes meines Vaters, Blackwater, mit meinem damaligen Wolf  Kalil, auf Erkundung gegangen war. Ich haßte es, wenn man versuchte mir etwas vorzuschreiben. Meine Eltern hatten schon oft versucht mir etwas zu verbieten, doch die Verbote hatten mich nur veranlaßt erst recht neugierig zu werden und mich über sie hinweg zu setzen, genauso wie damals. Ich liebte es den Vögeln und anderen Tieren zuzusehen. Doch damals war ich unterwegs, um meine Jagdtechnik zu verbessern. Bis dahin, durfte ich noch nicht mit auf die Jagd gehen, was mich recht ärgerlich stimmte, da ich meiner Meinung nach schon ein guter Jäger war, doch mein Vater und meine Mutter Shensai, waren der Meinung, dass ich dafür noch zu jung wäre.

 

Kalil und ich hatten uns unbemerkt vom Hain davon geschlichen. Wir wanderten am Fluß entlang, auf der Suche nach Jagdbeute. Kalil hatte nach einer Weile, die Fährte einer Rehherde aufgenommen. Wir folgten der Spur und kamen dann an eine Lichtung, auf der die Herde gerade graste. Kalil und ich schlichen uns näher heran und ich war währenddessen auf der Suche, nach einem Schwachen Tier, welches ich erlegen konnte. Ich wußte, wenn ich zurück im Hain war, das es Riesenärger geben würde, aber das Störte mich nicht. Ich bemerkte nicht, wie sich eine Wildkatze auf der gegenüberliegenden Seite an die Herde anschlich. Ich hatte ein altes Reh entdeckt, welches ich mühelos erlegen konnte. Die Wildkatze hatte sich wohl das gleiche Ziel gewählt. Die Herde schien die Anwesenheit von mir und Kalil oder die der Wildkatze zu spüren, da sie Unruhig zu werden schien. Ich nahm meinen Speer und machte mich bereit und als ich auf das Tier zu stürmte, rannte die Wildkatze los.

 

Ich stieß dem Reh den Speer in die Flanke, es schrie auf und plötzlich, noch mitten im Sprung auf, sah ich die Wildkatze auf mich zukommen. Sie schien wohl genauso verwundert, beim Anblick des jeweils anderen zu sein, wie ich. Sie reagierte einen Bruchteil schneller, als ich ausweichen konnte und fuhr ihre Krallen aus und erwischte mich damit an der Brust. Die Wunde zog sich über die Rippen hinaus. Ich schrie bei dem plötzlichen Schmerz auf und landete auf dem Boden. Ich zog meinen Dolch hervor und sprang schon, kaum das ich den Boden berührte zur Seite, das mir wohl das Leben rettete, da die Wildkatze ebenso schnell reagierte und schon wieder auf mich losging. Sie griff mich immer wieder an und ich verteidigte mich so gut es ging, da die Wunde sehr Schmerzte und Blutete. Mein Weißes Hemd war binnen weniger Augenblicke rot gefärbt. Die Rehherde, versuchte sich in Sicherheit zu bringen, da sie verängstigt waren, rannten sie alles nieder, was ihnen in die Quere kam. Ich mußte, während ich der Wildkatze auswich auch noch den Rehen ausweichen. Ich kam an einen Baum und konnte mich unter Schmerzen auf einen Ast retten. Die Herde rannte unter mir hinweg und ich sah, wie die Wildkatze sich auf einen anderen Baum in Sicherheit bringen konnte. Das Reh, welches meinen Speer abbekommen hatte, war tot zusammengebrochen und lag etwa 2 m entfernt unter mir und 3m vor mir. Ich wußte, dass ich es nicht rechtzeitig erreiche konnte, um mir meinen Speer zu holen. Ich sah der Wildkatze in die Augen und sprang vom Baum und rannte zu dem Toten Reh. In derselben Sekunde, sprang die Wildkatze von dem Ast, auf dem sie gesessen hatte und setzte mir nach. Einen halben Meter vor dem Reh, wußte ich das ich es nicht schaffen konnte, da faste ich einen Entschluß und wirbelte, immer noch meinen Dolch in der Hand, herum und sprang der Wildkatze entgegen und rammte ihr den Dolch in die Flanke. Es war keine schwere Verletzung, doch es brachte sie zu fall und hatte sie sosehr überrascht, das ich einen Moment gewonnen hatte und den Speer erreichen konnte. Ich zog ihn aus dem Toten Reh und drehte mich damit der Wildkatze zu, die, mit meinem Dolch in der Flanke steckend, sich auf mich stürzte. Ich wich ihr aus und stach, nachdem ich herumgewirbelt war, ihr den Speer in die Brust. Ich spürte, das ich nicht länger kämpfen können würde. Ich zog den Speer heraus und stach ein zweites mal zu, nicht sehr kräftig, doch es reichte aus, um die Wildkatze tot zusammen brechen zu lassen. Ich stand einen Augenblick, den Speer in der Brust der Wildkatze und mit den Händen festhaltend da. Dann gaben meine Knie unter mir nach und ich brach zusammen.

 

Kalil hatte sich in Sicherheit bringen können und kam zu mir. Sie hatte durch Heulen, nach den anderen Wölfen des Hains gerufen. Meine Eltern, unsere Heilerin Starshine und einige andere Elfen hatten sich auf den Weg zu uns gemacht. Ich hielt den Speer immer noch in der Hand. Kalil drehte mich auf den Rücken und ich lies dabei den Speer los. Ich bekam nicht mehr viel mit, da ich mehr und mehr im Dunkeln versank. Ich fühlte keinen Schmerz mehr und meine Sinneswahrnehmungen hatten auch ausgesetzt. Ich fühlte, wie mein Bewußtsein, meiner Seele immer näher kam. Ich konnte aufeinmal ein Licht sehen. Doch ich wußte, dass meine Augen geschlossen waren. Mein Bewußtsein glitt immer weiter auf das Licht zu. Dann konnte ich eine Stimme wahrnehmen, auch wenn ich noch nicht verstand was sie sagte.

 

Kalil hatte mich am Kragen genommen und zog mich in Richtung des Hains, doch sie war zu schwach um mich so dorthin zu bringen. Da tauchten meine Eltern und die anderen Elfen auf. Mein Vater sprang von seinem Wolf und kam zu mir gerannt. Er kniete neben mir nieder und nahm mich in die Arme. Er sprach mit mir, doch ich konnte ihn nicht hören. Auch sein Senden erreichte mein Bewußtsein nicht. Mutter war auch dazu gekommen und sie hatte Tränen in den Augen. Starshine kam dazu und kniete sich neben mir und versuchte mich zu heilen.

 

Währenddessen, war mein Bewußtsein dem Licht so nahe gekommen, das ich dort eine Gestalt erkennen konnte und auch die Stimme war deutlicher. Sie rief mir einen Namen zu.

„ ....Kron.... Kron ...... “ Ich wußte nicht wer damit gemeint war. Ich kam der Gestalt immer näher doch ich konnte sie noch nicht richtig sehen.

 

Starshine hatte begonnen nach meinem Bewußtsein zu suchen, doch es war zu weit entfernt. ** Ihr müßt mir helfen, ich erreiche sein Bewußtsein nicht. ** Mutter weinte, während sie versuchte, mit ihrem Senden zu mir durch zu kommen. ** Was sollen wir tun ? ** Wollte Vater wissen, auch ihm liefen Tränen die Wange entlang, auch wenn er sich etwas mehr unter Kontrolle hielt. ** Konzentriert euer Senden auf mich, damit mein Senden Stärker wird und ich zu ihm durchdringen kann. ** Alle versammelten sich im Kreis um mich und konzentrierten ihr Senden auf Starshine. Sie versuchte nochmals zu mir durch zu kommen.

** Wolftrace **

 

Ich hörte immer noch den Namen. Die Gestalt war nun so nah heran, das ich sie Erkennen konnte. Die Gestalt sah mir in die Augen und dann erkannte ich sie wirklich, diese Gestalt bin ich. Und wieder: „ ... Kron .... “ Doch dann bemerkte ich ein zweites Bewußtsein, welches meinen Namen rief. „ .... Wolftrace ... “ Die beiden Namen verschmolzen. „ ..... Wolftrace..... Kron ..... Kron ..... Wolftrace ...... “

 

** Konzentriert euch, ich habe ihn beinahe. **  Alle sendeten meinen Namen und Unterstützten damit Starshine. Sie konzentrierte sich noch mal etwas. ** Wolftrace **

 

„ Kron ..... Wolftrace ..... Kron ..... Wolf..... “ Plötzlich wurde mir etwas schlagartig klar. Nicht Kron und Wolftrace, sondern ich. „ Ich bin Wolftrace. “ Die Gestalt vor ihm lächelte und Antwortete: „ Du bist ich und ich, .......... ich bin ........ Kron. “ .

 

In diesem Augenblick konnte Starshine mein Bewußtsein erreichen. ** Wolftrace ** Mein Bewußtsein entfernte sich und ich wachte langsam wieder auf. Das erste, was ich spürte war der Schmerz. Dann nahmen meine Sinne wieder alles wahr. Das Licht brannte in den Augen. Ich konnte gestalten um mich herum sehen, doch mein Blick war noch verschleiert. Ich murmelte vor mich hin. „ Kron ....... Kr......Kron ........ “ Mutter nahm mich fest in die Arme und alle schienen durcheinander zu reden. * Hey, laßt mich an den Jungen rann, damit ich ihn Heilen kann. * Sie machten Starshine Platz und sie schaffte es nicht ganz mich zu heilen. Eine Narbe unterhalb der untersten Rippe blieb übrig. Starshine half mir mich aufzusetzen, mußte mich aber immer noch stützen, da ich noch sehr schwach war. Mein Vater und Starshines Gefährte, der unser Anführer war, sahen sich auf der Lichtung um und fanden die Tote Wildkatze und das Tote Reh. Vater sammelte den Speer und den Dolch ein und einige andere Elfen, die mitgekommen waren, brachten die beiden toten Tiere zum Hain. Mutter nahm Vater die Waffen ab und unser Häuptling half mir, mich vor meinem Vater auf seinen Wolf zu setzen.

 

Ich schlief, als wir im Hain angekommen waren zwei Tage und Nächte lang. Ich mußte genau erzählen, was geschehen war und natürlich hielten Sie mir eine Strafpredigt. Doch sie waren froh, dass mir nichts weiter geschehen war.

 

Der Name Kron, war der Name der Gestalt, die ich gesehen hatte und diese Gestalt war meine Seele, so hatte ich meinen Seelennamen erfahren.

 

„ Kron ........ Kron ....... Kron ...... Kron ......... Kron ........... Kron ........... Kron ........ Kron “  

Wolftrace (c)

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